EWV setzt die Reihe zum Energieeffizienz-Netzwerk für Kommunen fort

Das von der EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH im Mai erfolgreich gestartete Energieeffizienz-Netzwerk für Kommunen ging nun in die nächste Runde. „Erfahrungsaustausch ist ein wichtiger Baustein bei der Optimierung der Energieeffizienz. Das gilt nicht nur für Unternehmen, sondern vor allem für Kommunen. Städte und Gemeinden haben eine Vorbildfunktion beim Thema Klimaschutz. Zudem verbirgt sich dort oft ungeahntes Einsparpotenzial“, erklärt Mattias Höhler, der bei der EWV einen Teil der 22 Kommunen im Versorgungsgebiet der EWV betreut.

Die Idee, sich im Netzwerk auszutauschen, wurde im EWV-Gebäude am Willy-Brandt-Platz in Stolberg mit aktuellen Themen gefüllt. So bot EWV-Experte Josef Schulteis einen Einblick in die Möglichkeiten des eCarSharing für Kommunen. Angesichts der oftmaligen Skepsis der Kunden gegenüber der E-Mobilität, ist CarSharing eine attraktive Idee. „Provokant könnte man fragen, ob man wirklich ein Auto besitzen muss, um mobil zu sein“, so Schulteis. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von rund einer Stunde täglich bei Privat-PKW sei dies durchaus eine Überlegung wert. Der Kommune könnte in diesem Gedankenspiel die Rolle des Kunden mit festen Buchungszeiten zukommen, private Nutzer buchen werktags eine Kilometerpauschale oder Tagespauschalen flexibel hinzu.

Wie eine moderne Heizzentrale mit Blockheizkraftwerk (BHKW) und Brennwertkessel ein ganzes Quartier versorgen kann, zeigten im Anschluss Markus Leyendecker von der EWV und Eberhard Büttgen von der Stadt Eschweiler. Dort wird an der Ohndorfer Straße ein elf Gebäude umfassender Komplex errichtet. Die EWV steuert die Wärme- und Stromversorgung bei, maßgeschneiderte Wärme- und Stromlösungen inklusive. „Der Kommune kommt dabei eine Vorbildfunktion beim Energiewandel zu“, unterstrich Markus Leyendecker.

Eberhard Büttgen stellte das Projekt „Faktor X“ vor. „Ziel ist eine Reduzierung des Verbrauchs an abiotischen Ressourcen (beispielsweise mineralischer Baustoff) und Primärenergie, sowie Senkung der CO2-Emissionen um mindestens den Faktor 2“, erklärte er. Pilotprojekte sind dabei das Seeviertel in Inden und die „Neuen Höfe“ in Dürwiß. Beispielsweise mit Holzrahmenbauweise mit mineralischer Dämmung der Außenwand, Holzfassade und dreifach verglasten PVC-Fenstern könnten nach neuem Standard gebaute Häuser die gesteckten Ziele unter einen Hut bringen. Eine eventuell förderfähige Photovoltaikanlage mit fortschrittlicher Parabolinnentechnik samt Langzeitspeicher könnte den lokalen Energiefluss ergänzen.

Was in bestehenden Verwaltungsgebäuden heute schon an effizienter Technik möglich ist, zeigte Thomas Eickenscheidt auf. „Eine Beleuchtungssanierung wie in Fahrzeughalle der Feuerwache Eschweiler bietet nicht nur die Chance, dort 80 Prozent Energie einzusparen, sondern ist dann auch noch mit einem 30-prozentigen Zuschuss abzurechnen“, legte er dar. Fehlt die Möglichkeit, zu investieren, böte sich auch eine Anlagensanierung per Contracting an, so Eickenscheidt weiter. Investitionsstaus werden so vermieden, individuelle und maßgeschneiderte Kundenlösungen können aus einer Hand umgesetzt und trotzdem gesetzliche Anforderungen eingehalten werden.

Die in der anschließenden Diskussion vertieften Programmpunkte passten damit perfekt zum Ansinnen der EWV. Geschäftsführer Manfred Schröder: „Wir wollen den Kommunen ein regelmäßiges Forum und ein lernendes Energieeffizienz-Netzwerk bieten und so gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele der Bundesrepublik leisten. Diese zielen auf eine deutliche Verringerung der CO2-Emissionen ab.“ Der Klimaschutzmanager der Kupferstadt Stolberg, Georg Trocha, betonte bereits zum Start der Veranstaltungsreihe: „Klimaschutzmaßnahmen bedeuten immer auch Investitionen in eine moderne Infrastruktur, die energieeffizientes Handeln erst ermöglicht. Durch die Investitionen wird somit sowohl die lokale Wirtschaft gestärkt als auch öffentliche Gelder zum Beispiel beim Energieverbrauch eingespart.“

Energieeffizienz ist ein komplexes Themenfeld, deshalb bietet die EWV mit der Einrichtung des Netzwerkes eine Plattform für einen regelmäßigen Austausch, von dem die Kommunen langfristig profitieren können.

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