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Kommunale Wärmeplanung in Stolberg

Kommunale Wärmeplanung Stolberg

Auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft

Stolberg zählt zu den Vorreitern in Nordrhein-Westfalen, wenn es um die kommunale Wärmeplanung geht. Die Stadt gehört zu den ersten zehn Prozent der Kommunen in NRW, die bereits ihren ersten Wärmeplan erstellt hat. Ziel: eine strategische Fachplanung der Wärmeversorgung für die gesamte Stadt. 

Dafür wurde zunächst die aktuelle Situation in Stolberg analysiert: In der Stadt gibt es rund 18.000 Gebäude, von denen etwa drei Viertel Wohngebäude sind. Mehr als 80 Prozent dieser Gebäude wurden vor 1979 errichtet, etwa die Hälfte stammt aus der Nachkriegszeit. Das Heizen erfolgt in Stolberg bislang überwiegend mit fossilen Energieträgern: Fast 80 Prozent des Energiebedarfs werden durch Erdgas gedeckt, etwa 15 Prozent durch Heizöl. Nur ein kleiner Teil entfällt auf Biomasse, Strom und Kohle.

Viel Potenzial

Doch wie kann Stolberg künftig klimaneutral mit Wärme versorgt werden? Besonders große Chancen für die Nutzung erneuerbarer Energien liegen in Freiflächen-Solarthermie, Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren, Luftwärmepumpen, industrieller Abwärme und der Nutzung von Solarthermie auf Dächern. Die theoretisch verfügbaren Potenziale für erneuerbare Wärme sind in Stolberg sogar größer als der aktuelle Bedarf. Den Einsatz von Wasserstoff als Energieträger schätzen die Fachleute derzeit hingegen als unrealistisch ein, da die notwendige Infrastruktur fehlt und die Technologie noch nicht wirtschaftlich verfügbar ist.

Ein weiterer wichtiger Hebel ist die energetische Sanierung der Gebäude: Bis zu 46 Prozent des Wärmeverbrauchs könnten durch bessere Dämmung und moderne Heiztechnik eingespart werden. Für die Versorgung mit Wärmenetzen – also zentralen Netzen, die mehrere Gebäude mit Wärme aus erneuerbaren Quellen oder Abwärme versorgen – ist vor allem die Innenstadt geeignet, darunter Oberstolberg, Unterstolberg, Liester und Münsterbusch. Die Eignung der Gebiete um die Burg und die Kläranlage wird separat geprüft. Gebäude außerhalb dieser Gebiete müssen sich bis 2045 eigenständig um eine klimaneutrale Wärmeversorgung kümmern.

Die Stadtverwaltung wird die Wärmewende in den kommenden Jahren aktiv mit Machbarkeitsstudien, Sanierungsarbeiten und der Berücksichtigung von Wärmeprojekten in der Stadtplanung begleiten. So wird Stolberg Schritt für Schritt klimafreundlicher – für eine lebenswerte Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger.

Alle Infos zur Wärmeplanung in Stolberg gibt es online unter www.stolberg.de/Bauen-und-Planen/Klimaschutz

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