„Smart Meter“ - eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende

Intelligente Mess- und Zähltechnik für die Energie in den eigenen vier Wänden bedeutet nicht nur ein weiteres technisches Gerät, das Zuhause einzieht. Denn die so genannten „Smart Meter“ - die zum Beispiel wie ein Tablet-Computer aussehen können -  messen nicht nur aktuelle Energieverbräuche, errechnen Kosten und regen so zu sparsamem Energieeinsatz an. Sie dienen auch als Schnittstelle zwischen dem Verbraucher und dem künftig intelligenten Energienetz.

Damit werden „Smart Meter“ als kommunikationsfähige Zähler zur Grundlage verschiedener Energielösungen der nahen Zukunft, die sich nur im gegenseitigen Austausch zwischen Energieerzeuger, Netzbetreiber und Verbraucher umsetzen lassen. Für den Verbraucher gäbe es beispielsweise künftig die Möglichkeit, variable Tarife zu buchen, die aufgrund der Messergebnisse besser zu den jeweiligen Ansprüchen und Verbräuchen passen. Auf der anderen Seite sind die intelligenten Zähleinrichtungen eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende auf der Erzeuger- und Netzseite.

Dieser Ansatz erscheint einleuchtend, wenn man sich die Idee der Energiewende in der praktischen Umsetzung betrachtet.Bei den erneuerbaren Energien spielen Einspeisung und Speicherung eine große Rolle: Nachts scheint keine Sonne und der Wind weht nicht auf Knopfdruck. Ist die Energie da, muss sie entweder abgenommen oder gespeichert werden, und hier kommen intelligente Netzstrukturen ins Spiel.

Das intelligente Stromnetz - das so genannte „Smart Grid“ – und intelligente Abnahmestellen, eben die „Smart Meter“ können so im Verbund Energieflüsse individuell steuerbar und grüne Energie attraktiv und ohne Lieferengpässe nutzbar machen. Voraussetzung für dieses neue Energienetz ist die technische Vernetzung aller Beteiligten mit einem kompatiblen und datensicheren System. Mit einer bedarfsgerechten Einspeisung oder Durchleitung kann die wachsende Zahl kleinerer Stromerzeuger - wie heimische Solaranlagen – eingebunden und mit passenden Speichertechnologien verknüpft werden. So können beispielsweise eine Vielzahl kleinerer Kraftwerke im Verbund die Leistung von Großkraftwerken schultern.

Der aktuelle Gesetzesentwurf der Bundesregierung ab 2017 sieht für Großverbraucher ab einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden eine zwingende Ausstattung mit der modernen Messtechnik vor. Daneben sind ab 2020 intelligente Messsysteme auch für Privatkunden ab 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch verpflichtend vorgeschrieben. Unter dieser Verbrauchsschwelle muss nach heutiger Gesetzeslage nicht umgestellt werden, doch jeder Interessent kann sich der intelligenten Messtechnik anschließen. Die auch mit Blick auf Datensicherheit, Datenschutz und der kompatiblen Technik nötigen Investitionen sollen – so der Wunsch des Gesetzgebers – übrigens nicht mit einer unverhältnismäßigen Kostenbelastung einhergehen. So zieht nicht nur neue Technik ins Haus ein, sondern der „grüne Strom“ der Energiewende wird einfach attraktiver.