Informationen zur Wärmepreisbremse und der Soforthilfe Wärme

Die aktuelle Energiepreiskrise führt zu teilweise enormen finanziellen Belastungen für Wärmekunden. Um diese Belastungen etwas zu dämpfen, hat die Bundesregierung umfangreiche finanzielle Entlastungen geschaffen. Trotzdem lohnt es sich auch weiterhin für Sie Energie zu sparen. Hier haben wir für Sie alle wichtigen Informationen zusammengefasst:

Alles Wichtige zur Wärmepreisbremse

Was steckt hinter der Wärmepreisbremse?

Die Bundesregierung hat zur längerfristigen Abdämpfung der gestiegenen Energiekosten die Wärmepreisbremse ab März 2023 auf den Weg gebracht. Privathaushalte sowie kleinere Gewerbekunden (SLP-Kunden) werden damit bereits rückwirkend zum Januar 2023 entlastet. Für Unternehmen mit registrierender Leistungsmessung (RLM-Kunden) und einem Wärmeverbrauch über 1,5 Mio. kWh sowie zugelassene Krankenhäuser greift die befristete Entlastung bereits ab Januar 2023. Die Wärmepreisbremse gilt zunächst bis Ende Dezember 2023 und kann durch die Bundesregierung bis Ende April 2024 verlängert werden.

Kurz zusammengefasst funktioniert die Wärmepreisbremse wie folgt: Für einen bestimmten Anteil des Verbrauchs übernimmt der Staat den Teil des Arbeitspreises, der über 9,5 ct/kWh liegt. Für den anderen Anteil bezahlen Sie den mit uns vertraglich vereinbarten Arbeitspreis. Der Staat gleicht dabei die Differenz zwischen den 9,5 ct/kWh und dem Arbeitspreis der Energieversorger aus. Außerdem wird bei der Wärmepreisbremse zwischen Privathaushalten und kleineren und mittleren Unternehmen (KMU)Gewerbekunden (SLP-Kunden) und mittleren sowie großen Unternehmen und Einrichtungen mit registrierender Leistungsmessung (RLM-Kunden) unterschieden.

Sie müssen sich um nichts zu kümmern. Wir werden die Wärmepreisbremse und die Mehrwertsteuersenkung bei Ihren neuen Abschlägen berücksichtigen und Sie informieren .

Ob kleiner oder großer Wärmeverbraucher, jeder profitiert dabei vom Energiesparen: Denn je weniger Wärme man verbraucht, desto geringer der Verbrauch, der über der staatlich festgelegten Preisbremse liegt und desto weniger zahlt man. Es lohnt sich also immer, den Wärmeverbrauch so weit zu reduzieren, um im Rahmen der staatlich bezahlten Wärmepreisbremse zu bleiben.

Wie berechnet sich die Wärmepreisbremse?

Im Normalfall zahlen Sie monatlich einen Abschlag für ein Zwölftel (1/12) Ihres prognostizierten Jahresverbrauchs. Für die Wärmepreisbremse wird Ihr im September 2022 prognostizierter Jahresverbrauch herangezogen und für den monatlichen Abschlag durch 12 geteilt. Für 80 % des monatlichen Wärmeverbrauchs zahlen Sie 9,5 ct/kWh (brutto). Darüber fällt für jede weitere Kilowattstunde der mit uns vertraglich vereinbarte Arbeitspreis an.

Auf Ihrer Jahresabrechnung wird dann Ihr tatsächlicher Verbrauch ausgewiesen. Haben Sie mehr als 80 % Ihres prognostizierten Wärmeverbrauchs verbraucht, zahlen Sie für diese darüberliegenden Kilowattstunden den mit uns vertraglich vereinbarten Preis.

Das bedeutet am konkreten Beispiel:

  1. Eine Familie hat einen Jahresverbrauch Wärme von 12.000 kWh, also 1.000 kWh im Monat.

  2. Der alte Arbeitspreis betrug 7 ct/kWh, also bezahlte sie bisher dafür 70 Euro/Monat.

  3. Der neue Arbeitspreis liegt z. B. bei 12 ct/kWh, was ohne Wärmepreisbremse für ihren Verbrauch 120 Euro/Monat entspräche.

  4. Mit der Wärmepreisbremse liegt der Betrag deutlich niedriger, nämlich bei 100 Euro/Monat.

  5. Denn für 80 % des prognostizierten Verbrauchs zahlt sie 9,5 ct/kWh  und nur für den darüber liegenden Verbrauch fallen die Kosten in der vollen Höhe des Arbeitspreises von 12 ct/kWh an. Die Ersparnis durch die Wärmepreisbremse beträgt damit im Monat 20 Euro.

Monatlicher Wärmeverbrauch1.000 kWh12.000 kWh/12 = 1.000 kWh
80 % des monatlichen Wärmeverbrauch800 kWh1.000 kWh x 0,8 = 800 kWh
20 % des monatlichen Wärmeverbrauch200 kWh1.000 kWh x 0,2 = 200 kWh
Monatliche Kosten bisher 70 Euro1.000 kWh x 7 ct/kWh = 70 Euro
Monatliche Kosten neu ohne Wärmepreisbremse120 Euro 1.000 kWh x 12 ct/kWh = 120 Euro
Monatliche Kosten neu mit Wärmepreisbremse100 Euro

80 % zu 9,5 ct/kWh: 800 kWh x 9,5 ct/kWh = 76 Euro und
20 % zu 12 ct/kWh: 200 kWh x 12 ct/kWh = 24 Euro
Ergibt zusammen 76 Euro + 24 Euro = 100 Euro

 

Für RLM-Kunden mit einem Jahresverbrauch unter 1,5 Mio. kWh wird der Jahresverbrauch aus dem Jahr 2021 als Berechnungsgrundlage verwendet.

 

Um Unternehmen mit einem Jahresverbrauch über 1,5 Mio. Kilowattstunden und registrierender Leistungsmessung sowie zugelassene Krankenhäuser bei den hohen Energiekosten zu entlasten, wird auch für sie eine Wärmepreisbremse eingeführt. Ausgenommen von der Wärmepreisbremse sind Unternehmen, die Wärme zur kommerziellen Wärme- oder Stromerzeugung nutzen.

Die Wärmepreisbremse für Unternehmen mit registrierender Leistungsmessung (RLM-Kunden) und einem jährlichen Wärmeverbrauch über 1,5 Mio. kWh sowie zugelassene Krankenhäuser greift ab Januar 2023. Unternehmen bezahlen dann für 70 % ihres Wärmeverbrauchs nur 7,5 Cent je Kilowattstunde vor Netzentgelten, Messstellenentgelten und staatlich veranlassten Preisbestandteilen. Für den Wärmeverbrauch über 70 % gilt der mit dem Energieversorger vereinbarte Arbeitspreis. Als Bemessungsgrundlage für die 70 % wird der Wärmeverbrauch des Jahres 2021 herangezogen.

Unternehmen mit registrierender Leistungsmessung (RLM-Kunden) und einem Wärmeverbrauch unter 1,5 Mio. kWh im Jahr zahlen für 80% des Wärmejahresverbrauchs aus 2021 9,5 ct/kWh inkl. Netzentgelten, Messstellenentgelten und staatlich veranlassten Preisbestandteilen (inkl. Umsatzsteuer).

Wie erhalten Sie die Entlastung aus der Wärmepreisbremse?

Die Wärmepreisbremse greift ab März 2023. Sie wird aber rückwirkend zum 1. Januar 2023 berechnet. Alle Kunden brauchen nichts zu tun – wir garantieren Ihnen, dass wir die Wärmepreisbremse im Sinne des Gesetzes umsetzen und Ihre monatlichen Abschläge automatisch anpassen.

Die Wärmepreisbremse wird ab März 2023 bei Ihren monatlichen Abschlägen berücksichtigt. Ab dem Monat zahlen Sie den angepassten monatlichen Abschlag. Da die Wärmepreisbremse rückwirkend zum Januar 2023 gilt, werden die Monate Januar und Februar mit Ihren Abschlägen ab März verrechnet. Wenn Sie keine Abschläge zahlen, wird der Betrag mit Ihrer nächsten Rechnung verrechnet.

Alle Kunden werden von uns spätestens bis zum 1. März 2023 mit einem Anschreiben über Ihre individuelle Entlastungshöhe informiert.

 

Bei Unternehmen mit registrierender Leistungsmessung (RLM-Kunden) und einem Wärmeverbrauch über 1,5 Mio. kWh/a greift der befristete Schutz bereits ab Januar 2023, in der jeweiligen Monatsrechnung.

Alle Kunden werden von uns spätestens bis zum 1. März 2023 mit einem Anschreiben über Ihre individuelle Entlastungshöhe informiert.

Erklärung zur Soforthilfe Wärme auf Ihrer Rechnung

Entlastungen Wärme - EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH

Alles Wichtige zur Soforthilfe Wärme

Wer profitiert von der Soforthilfe?

Um die Kunden kurzfristig zu entlasten, hat sich die Bundesregierung im vergangenen Jahr für eine einfache und pragmatische Lösung entschieden: Ein Großteil unserer Wärmekunden erhält eine staatliche Soforthilfe, bei der die Dezember-Zahlung für Wärme bis zum 31.12.2022 erstattet wird. Dies betrifft alle Kunden mit einem Wärmeverbrauch unter 1.500.000 Kilowattstunden pro Entnahmestelle. Diese werden entlastet, solange es sich nicht um zugelassene Krankenhäuser handelt.

Auch einige Kunden mit einem Wärmeverbrauch von mehr als 1.500.000 Kilowattstunden pro Entnahmestelle sind kompensationsberechtigt im Sinne der Soforthilfe. Diese sind:

  • die die Wärme weit überwiegend im Zusammenhang mit der Vermietung von Wohnraum oder als Wohnungseigentümergemeinschaft im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes beziehen,

  • die zugelassene Pflege-, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen sowie Kindertagesstätten und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sind, die im Aufgabenbereich des Sozialgesetzbuchs soziale Leistungen erbringen,

  • die staatliche, staatlich anerkannte oder gemeinnützige Einrichtungen des Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsbereichs oder Bildungseinrichtungen der Selbstverwaltung der Wirtschaft in der Rechtsform von Körperschaften des öffentlichen Rechts oder als eingetragener Verein organisiert sind;

  • oder die Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation, Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, anderer Leistungsanbieter oder Leistungserbringer der Eingliederungshilfe nach Teil 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch sind.

     

Wenn Sie Mieter sind und keinen Vertrag direkt mit EWV abgeschlossen haben, werden Sie zwar entlastet, jedoch nicht direkt von uns als Wärmeversorger, sondern von Ihrem Vermieter über die nächste Nebenkostenabrechnung. In dieser muss Ihr Vermieter die konkrete Höhe der Entlastung gesondert ausweisen. Bei Fragen setzen Sie sich bitte mit Ihrem Vermieter in Verbindung.

Damit wir die Entlastung erfolgreich umsetzen können, sind wir laut Gesetz verpflichtet, Daten unserer Kunden an den durch die Bundesregierung benannten Beauftragten (PwC)weiterzugeben.

Folgende Kunden-Daten müssen wir weitergeben:

  • E-Mail-Adresse oder Telefonnummer
  • Postanschrift
  • Abschlagszahlung für September
  • Liefermenge des Jahres 2021 oder des letzten Abrechnungszeitraums

Wie berechnet sich die Soforthilfe Dezember?

Die Höhe der Soforthilfe wird wie folgt angesetzt:

  • Abschlagssumme aus September 2022;
  • zuzüglich 20%.

Für Wärmekunden bzw. Objekte, die erst seit kurzem in die Versorgung gegangen sind und bei denen noch keine ausreichenden Erfahrungswerte vorliegen, werden die gemittelten Hochrechnungswerte von vergleichbaren Objekten verwendet.

Wichtig für Sie zu wissen: Sie müssen nichts weiter tun, um Ihren Anspruch wahrzunehmen.

Die Höhe der Soforthilfe wird wie folgt angesetzt:

  • Durchschnittlichen Abrechnungszahlungen der Monate Oktober 2021 bis September 2022

  • zuzüglich 20%.

Für Wärmekunden bzw. Objekte, die erst seit kurzem in die Versorgung gegangen sind und bei denen noch keine ausreichenden Erfahrungswerte vorliegen, werden die gemittelten Hochrechnungswerte von vergleichbaren Objekten verwendet.

Wichtig für Sie zu wissen: Sie müssen nichts weiter tun, um Ihren Anspruch wahrzunehmen.

Wie haben Sie die Soforthilfe Dezember erhalten?

Hier gibt es zwei Varianten:

  1. Wenn Sie einen Lastschrifteinzug mit uns vereinbart haben, wurde der Dezemberabschlag als vorläufige Entlastung nicht eingezogen.
  2. Sollten Sie die Zahlungen monatlich selbst vornehmen, beispielsweise über einen Dauerauftrag oder eine monatliche Überweisung, mussten Sie die Zahlung für Dezember als vorläufige Entlastung nicht leisten. Den Januarabschlag überweisen Sie wieder wie gewohnt.

Sollten Sie versehentlich doch den Dezemberabschlag bezahlt haben, brauchen Sie sich keine Sorgen machen und nichts weiter tun: In Ihrer Jahresabrechnung wird dann der berechnete Entlastungsbetrag mit der vorläufigen Entlastung verrechnet. Es geht Ihnen kein Geld verloren!

Alle Kunden, die monatlich abgerechnet werden, haben Ihre Erstattung im Dezember ausgezahlt bekommen.

Weitere Fragen und Antworten

Sollten Sie versehentlich doch den Dezemberabschlag bezahlt haben, brauchen Sie sich keine Sorgen machen und nichts weiter tun: In Ihrer Jahresabrechnung wird dann der berechnete Entlastungsbetrag mit der vorläufigen Entlastung verrechnet. Es geht Ihnen kein Geld verloren!

Wenn Sie Mieter sind und keinen Vertrag direkt mit EWV abgeschlossen haben, werden Sie zwar entlastet, jedoch nicht direkt von uns als Wärmeversorger, sondern von Ihrem Vermieter über die nächste Nebenkostenabrechnung. In dieser muss Ihr Vermieter die konkrete Höhe der Entlastung gesondert ausweisen. Bei Fragen setzen Sie sich bitte mit Ihrem Vermieter in Verbindung.

Die Wärmepreisbremse wird die Wärmepreise weiter dämpfen. Eines ist aber klar: Ein hundertprozentiger Ausgleich der Belastungen wird angesichts der historischen Dimensionen, in denen wir uns mit Blick auf die Energie-Kosten bewegen, leider nicht möglich sein. Wir werden uns also daran gewöhnen müssen, dass Gas und Wärme in den kommenden Jahren teuer bleiben wird.

Umso wichtiger ist es, sparsam mit Energie umzugehen. In fast jedem Haushalt gibt es Möglichkeiten, Energie einzusparen: Zum Beispiel die Heizung herunterdrehen, wenn niemand zu Hause ist, Stoßlüften und beim Duschen auf Dauer und Temperatur achten. Zudem sollte jeder überlegen, ob es nicht auch ein oder zwei Grad weniger im Zimmer tun. Jedes Grad weniger heizen verbraucht sechs Prozent weniger Energie und Geld - denn jede eingesparte Kilowattstunde schont auch den eigenen Geldbeutel. Auf unserer Website finden Sie hierzu auch wertvolle Energiespartipps.

Warum die Energiepreise so stark gestiegen sind und viele weitere Informationen und Hintergründe zur Energiekrise finden Sie auf einer speziell für Sie eingerichteten Seite. Diese finden Sie hier.