Unbedenkliche Trübungen des Eschweiler Trinkwassers möglich

Eschweiler. Durch die Hochwasserkatastrophe kann es vereinzelt zu leichten Trübungen des Trinkwassers in Eschweiler kommen. Diese sind jedoch vollkommen unbedenklich. Das Wasser kann wie gewohnt genutzt werden. Der Grund hierfür ist, dass sich durch die Überschwemmungen die Wasserqualität in den Talsperren der Nordeifel in den vergangenen Tagen verändert hat. Das meldet die WAG, Wassergewinnungs- und –aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH. Sie ist für die Aufbereitung des Wassers zu Trinkwasser zuständig. Auch das Versorgungsgebiet des Städtischen Wasserwerks Eschweiler wird in wenigen Teilen mit diesem Trinkwasser beliefert. 

Durch den hohen Wasserzufluss wurden Pflanzen, Holz und Erde in die Talsperren gespült. Somit ist das Wasser aktuelle sehr reich an ungefährlichen „Huminstoffen“ (Zerfallsprodukte von Pflanzen) und anderen organischen Wasserinhaltsstoffen. Diese führen zu einer gelbbraunen Färbung des Rohwassers. Aufbereitungstechnisch lassen sich diese Stoffe nicht vollständig entfernen. Ein Restgehalt verbleibt auch im aufbereiteten Trinkwasser. Je nach Menge der Huminstoffe, kann das zu einer leicht braunen, gelb-braunen oder grünen Färbung des Trinkwassers führen. 

Einziges Manko: Leider reagieren organische Wasserinhaltsstoffe auch mit dem zum Zwecke der Desinfektion zugesetztem Chlor und Chlordioxid. Dies könnte dazu führen, dass ein leichter Chlorgeruch im Trinkwasser wahrnehmbar ist, obwohl der Chlorgehalt nicht aktiv erhöht wurde.

Da alle von der WAG zur Trinkwasseraufbereitung in Roetgen zur Verfügung stehenden Talsperren der Nordeifel (Dreilägerbachtalsperre, Kalltalsperre und Obersee) vom Hochwasser und damit auch dem huminstoffreichen Wasser betroffen sind, kann nicht auf ein anderes Wasser zur Trinkwasserproduktion ausgewichen werden. Es ist also davon auszugehen, dass uns das huminstoffreichere und gegebenenfalls auch gefärbte Wasser so lange erhalten bleibt, bis es in den Talsperren über Niederschläge und den natürlichen Zufluss wieder ausgetauscht ist.

Selbstverständlich wird die Qualität des Trinkwassers insbesondere unter hygienischen Aspekten weiterhin routinemäßig in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt untersucht. Die Untersuchung auf Chlornebenprodukte wurde zudem intensiviert. Bisher sind alle Kontrollproben einwandfrei. Auch wenn das Trinkwasser vorübergehend leicht gefärbt ist oder nach Chlor riecht, kann es uneingeschränkt genutzt werden.

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