Regierungspräsidentin Gisela Walsken machte sich ein Bild vom möglichen Energiepark Herzogenrath

Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch, Regierungspräsidentin Gisela Walsken, Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier, SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers und IHK-Präsidentin Gisela Kohl-Vogel (v.l.) betrachten die Planungen für den künftigen Energiepark Herzogenrath. Foto: EWV/Markus Bienwald

Herzogenrath. Einen Blick in eine lokale Energieerzeugung der Zukunft warf nun Regierungspräsidentin Gisela Walsken im Solarpark Herzogenrath. Gemeinsam mit weiterem hochrangigen Besuch wie Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier, Vertretern des Landes NRW, Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch, Geschäftsführer Manfred Schröder von der EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH, Geschäftsführer Prof. Dr. Axel Thomas von der enwor und 40 weiteren Gästen erhielt sie Einblick in die Planungen für einen möglichen Energiepark Herzogenrath. Der Energiepark könnte im Endausbau die Stadt Herzogenrath zur größten energieautarken Kommune Deutschlands machen.

Ergänzt um wesentlich mehr Photovoltaik-Module, drei Windräder, die Möglichkeit, die regenerativ erzeugte Energie vor Ort auch zu speichern, und eine Nahwärmeversorgung für umliegende Ortschaften, könnte der bisherige Solarpark Herzogenrath sein Gesicht nachhaltig verändern. Wie das gelingen könnte, zeigten Franz-Josef Türck-Hövener von der EWV und Charles Russell von der n.s.w. Energy GmbH der Nivelsteiner Sandwerke in einer ausführlichen Präsentation.

Mehr als 100 Megawatt elektrischer Leistung sind geplant
Die bisherige Leistung des aktuell größten Solarparks in NRW von 14 Megawatt würde über weitere Solarfelder und innovative, schwimmende Solaranlagen auf einem zentralen See im ausgekiesten Gebiet der Sandwerke auf rund 58 Megawatt ansteigen. Drei Windräder könnten weitere 45 Megawatt elektrischer Leistung beisteuern, damit wäre die Grundlast für die Stadt Herzogenrath mit ihren aktuell rund 47.000 Einwohnern abgedeckt. „Power to X“ soll die Produktion regenerativ gewonnenen Stroms um eine Speichermöglichkeit im Energiepark ergänzen. So würden auch die sprichwörtlichen „Dunkelflauten“ abgedeckt, wenn weder Sonne noch Wind zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Punkt in den Planungen ist eine Nahwärmeversorgung für die umliegenden Ortschaften bis in die Stadtmitte hinein. Werden die Leitungen dafür angelegt, könnte man das energetische Konzept auch mit einer Glasfaserlösung für die bislang nicht mit schnellen Internetzugängen ausgestatteten Ortslagen verbinden, schloss Türck-Hövener. So könnte sich Herzogenrath nicht nur zur dann größten autark mit Strom versorgten Kommune entwickeln, sondern auch weitere Versorgungsaspekte abdecken.

Das Zusammenwirken aller Beteiligten ist wichtig
Die Pläne für den möglichen „Energiepark Herzogenrath“ ernteten nicht nur die hundertprozentige Zustimmung der lokalen Politik, sondern überstreichen auch einen Zeitraum von vielen Jahren. Daher müsse planungsrechtlich jeder Punkt erst einmal geklärt sein, ergänzte Regierungspräsidentin Gisela Walsken. „Viele Ebenen müssen bemüht werden“, betonte sie. Betroffen seien unter anderem der Regionalplan und der Landschaftsplan. Wichtig sei an dieser Stelle auch das Zusammenwirken aller Beteiligten, um die Planungen einer energieautarken Kommune in der Größe Herzogenraths auch wirklich umzusetzen. „Es ist ein tolles Projekt, das offene Ohren, einen transparenten und fairen Umgang braucht“, schloss die Regierungspräsidentin.

Für Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier sind die Planungen am Standort Herzogenrath ein herausragendes Beispiel dafür, was die Region im Rahmen des kommenden Strukturwandels leisten kann. Innerhalb der eigens gegründeten „AG Strukturwandel“ versuche die Städteregion, so Grüttemeier weiter, regionale Großprojekte einzubinden. Beim möglichen „Energiepark Herzogenrath“ käme noch der grenzüberschreitende Gedanke hinzu. „Wir wollen bewusst auch unsere Nachbarn einladen, mitzumachen“, schloss er.

Bild: Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch, Regierungspräsidentin Gisela Walsken, Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier, SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers und IHK-Präsidentin Gisela Kohl-Vogel (v.l.) betrachten die Planungen für den künftigen Energiepark Herzogenrath. Foto: EWV/Markus Bienwald

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