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Rehkitzrettung mit Wärmebild & Herz

Dank neuer Drohne von der EWV 

 - EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH

Sie sind Teil des Rehkitz-Retter-Teams der Kreisjägerschaft Aachen (v.l.): Claudia Plum, Gian Brückner, Tanja Ortmanns, Stephan Willems, Erich Seibert, Claudia Stommen, Conny Dreßen und Markus Baltuttis. Foto: EWV/Markus Bienwald

REGION Wenn andere sich nochmal im Bett umdrehen, beginnt für Claudia Plum und das Team der Kreisjägerschaft Aachen der Tag. Denn zwischen Mai und Juli sind sie in der Städteregion täglich als ehrenamtliche Rehkitzretter unterwegs – unterstützt von moderner Technik, viel Engagement und seit Kurzem auch von der EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH.  

Die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen haben ein klares Ziel: Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren. Denn Rehkitze bleiben bei Gefahr instinktiv ruhig und flach liegen, statt zu fliehen – was sie für Mähmaschinen unsichtbar macht. Besonders gefährlich wird es, wenn die Landwirte ihre Felder ernten.  

Enge Zusammenarbeit mit Landwirten  

Für die Landwirte muss die Arbeit weitergehen: Heu muss gemacht, Getreide gemäht werden. Bevor sie starten, informieren sie oder die jeweiligen Jagdpächter die Drohnenteams der Kreisjägerschaft. Dann zählt jede Minute: Zwischen der Info und dem Mähen bleibt oft nur ein kleines Zeitfenster, um die Felder abzufliegen und Jungtiere in Sicherheit zu bringen.   

Schon in den frühen Morgenstunden – oft gegen 3 oder 4 Uhr – fliegt das Drohnenteam die Felder ab. Die Wärmebildkamera erkennt die Tiere durch die abgegebene Körperwärme. Der Boden ist zu dieser Uhrzeit noch kühl, so sind sie gut erkennbar. Wird ein Kitz geortet, bergen es die Helferinnen und Helfer und legen es vorsichtig an sicherer Stelle ab. Dann können die Maschinen ihr Tagwerk tun.  

„Früher haben wir die Felder zu Fuß abgesucht, heute erleichtern uns die Drohnen die Arbeit erheblich“, sagt Claudia Plum, Vorsitzende der Kreisjägerschaft Aachen. „Doch ein paar unserer Drohnen waren anfällig oder nicht mehr ausreichend leistungsfähig.“  

Technische Unterstützung aus der Region – durch die EWV  

Dank der Unterstützung der EWV konnte nun eine hochmoderne Drohne mit leistungsstarker Wärmebildtechnik angeschafft werden. Mit einem 55-fachen Bild-Zoom, langer Akkulaufzeit und stabilen Flugeigenschaften ist sie für die Rehkitzrettung bestens geeignet. Gefördert wurde die Anschaffung im Rahmen des EWV-Projekts „Region PLUS“ – einem Fördertopf, der regionale Vorhaben rund um Umwelt, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl unterstützt.  

„Diese Drohne hilft uns enorm“, betont Claudia Plum. „Sie ergänzt unsere Ausrüstung perfekt und macht unsere Arbeit deutlich effizienter.“  

Über 1.600 Hektar abgesucht – 114 Rehkitze gerettet  

Ein Blick auf die Zahlen zeigt den Erfolg des ehrenamtlichen Einsatzes: Allein in der Saison 2024 wurden in der Städteregion rund 1.600 Hektar abgesucht – eine Fläche größer als das Stadtgebiet von Würselen. 114 Rehkitze wurden gerettet. Nicht mitgerechnet: Hasen und andere Wildtiere, die ebenfalls von den Einsätzen profitieren.  

Trotz der modernen Technik bleibt der Einsatz körperlich fordernd. Zehn Kilometer Fußmarsch pro Morgen sind keine Seltenheit. Und dennoch: Die Motivation ist groß, nicht nur für das gute Gefühl, Tierleben zu retten. Etwas in der Gemeinschaft für die Natur zu tun, ist für viele das Entscheidende“, sagt Claudia Plum.